Köln Triathlon 2002

Ganz überraschend habe ich nun doch noch einen Triathlon zum Saisonausklang mitgemacht. Beim gestern auf dem Münsterplatz stattfindenden SSF-Festival habe ich von meiner gesundheitlich verhinderten Vereinskameradin Annette Krumbholz ihren Startplatz für den heute stattfindenden Köln-Triathlon (0,5-20-7) übernommen. Optimal vorbereitet war ich nicht. Am Freitag hatte ich noch einen längeren Lauf gemacht und Samstag morgen das Schwimmtraining voll absolviert. Ich hatte aber große Lust auf den Triathlon und das ist schließlich die Hauptsache.

Mit meinem Rang 21 unter 248 Männern einfach so aus dem Training heraus kann ich ganz zufrieden sein, auch wenn es nur ein Volkstriathlon war. Nach einer unkomplizierten Anreise mit Vereinskameradin Carolin Jansen traf ich gleich auf meine männlichen Mitstreiter Max, Henning und Christoph. Gemeinsam standen wir in der überlangen Schlange bei der Abholung der Startunterlagen. Meine notwenige Ummeldung funktionierte aber trotz des großen Andrangs unproblematisch.

Der Start wurde um eine halbe Stunde verschoben und dann aber so schnell durchgeführt, dass viele Athleten noch nicht zur 100m vom Ufer entfernten Startlinie vorgeschwommen waren. Schwimmstrecke war ein Teil der Kölner Regattastrecke am Fühlinger See. Es galt ca. 250 Meter geradeaus zu schwimmen und dann 90° links um eine Boje herum ca. 50 m an einer weiteren Boje vorbei und hinter einer dritten Boje wieder 90° links vorbei und dann 200 m schräg in Richtung Ufer zu schwimmen.

Ich startete mit Neo in dritter Reihe ganz links an der Startboje. Meine Vorderleute waren zu langsam. Es hatte sich doch tatsächlich ein Brustschwimmer nach vorne getraut. Ich hatte bis zur ersten Boje immer den Eindruck durch meine Vorderleute gebremst zu werden. Doch es war vielleicht ganz gut, dass ich mich so nicht zu sehr verausgaben konnte. An der ersten Boje konnte ich mich dann erfolgreich auf der Innenbahn vorbeidrängen. Auch die weiteren Bojen nahm ich auf der Ideallinie mit Körperkontakt.

Die letzten 200 m in Richtung Ufer hatte ich freie Bahn und konnte mich etwas freischwimmen. Schon bald sah ich die roten Badekappen der ersten Startgruppe die fünf Minuten früher gestartet war. Von den Brustschwimmern war mir keiner im Weg, da ich erst ganz am Ende auf das Ufer zu schwamm. Als ich aus dem Wasser kam rief der Wettkampfsprecher über Lautsprecher „Und da kommen auch schon die ersten gelben Badekappen von der zweiten Startgruppe aus dem Wasser“. Ich mußte also wirklich gut gewesen sein. Auch Trainer Takao Mühmel, der am Schwimmausstieg stand, schien zufrieden gewesen zu sein. Tatsächlich habe ich meine ehemals schlechteste Disziplin erheblich verbessert. Ich war sogar etwas schneller als mein guter Vereinskamerad Christoph Grosskopf.

Die Radstrecke war an sich ziemlich langweilig. Aber die Hinfahrt war bei Rückenwind rasant bei Geschwindigkeiten bis 44 km/h, dafür war der Rückweg bei Gegenwind mit Geschwindigkeiten bis runter zu 29 km/h sehr anstrengend und demotivierend. Aber damit hatten ja alle zu kämpfen. Auch hier konnte ich mit nur drei Minuten Rückstand auf Christoph noch halbwegs mithalten. In meiner stärksten Disziplin Laufen hätte ich also wieder etwas herauszuholen gehabt. Nach ein paar Minuten Einlaufen konnte ich immerhin Vereinskamerad Uwe Bach einholen, der beim Schwimmen eine Minute Vorsprung herausgeholt hatte. Dann spürte ich aber doch die Sonne und etwas Unlust mich völlig zu verausgaben. Bald lief ich auf einen Läufer auf, der nur etwas langsamer als ich war. An ihm hielt ich mich dann mehrere Kilometer, bevor das Ziel sichtbar wurde und ich meinte, ich müsse nun wieder etwas anziehen. Dann kam tatsächlich noch ein Läufer von hinten an mich ran. Mit ihm bin ich dann auch noch über einen Kilometer zusammen gelaufen, bevor ich auf dem letzten Kilometer weiter anzog, um mich von ihm abzusetzen.

Dann war der Zielbereich und die Zuschauer auch schon da. Christiane Kasimir feuerte mich noch an meinen Vordermann zu überholen und dann war die Volksdistanz nach weniger als 01:10 Stunden schon vorbei. Für einen Trainingslauf über die drei Bonner Brücken brauche ich länger. 😉 Die Laufzeit war wegen meinem zwischenzeitlich zu ruhigen Lauf dann sogar schlechter als letztes Jahr und sogar langsamer als Hennings. Statt mich massieren zu lassen habe ich mit Uwe die Gelegenheit genutzt noch mal in den Fühlinger See zu springen. Das tat gut!

Auf der Laufstrecke gab es übrigens kein Wasser, dafür aber gekühlte Cola&Co im Zielbereich. Auch ein gutes Finisher-T-Shirt wurde im Ziel überreicht. Die Veranstaltung war ihre 15 Euro Startgeld auf jeden Fall wert.

Ach ja, zum Unternehmen Köln-Triathlon gehört auch noch die Rückreise mit Carolin. Mit uns hatten sich die richtigen getroffen: Beide keine Ahnung vom (Kölner) Straßenverkehr. Nach Hause kamen wir erst, nachdem wir einmal ganz um Köln herumgefahren sind. Wir wollten bei der Gelegenheit halt noch was von der Stadt sehen! 😉

Hier ein Ausschnitt aus der Ergebnisliste:

Ergebnisse Männer  
Plz    Name       Vorname      Verein        AK    AKPl  Schwimm   Rad       Lauf      Endzeit
1.   Eggen      Maximilian   Triandertaler TM20    1.  00:00:00  00:00:00  01:02:20  01:02:20
2.   Fink       Florian      M-Team        JUN M   1.  00:00:00  00:36:28  00:27:01  01:03:29
3.   Poguntke   Jan          VfL Wolfsburg TM20    2.  00:07:35  00:00:00  00:56:03  01:03:38
...
7.   Grosskopf  Christoph    Triandertaler TM20    3.  00:08:38  00:30:13  00:26:48  01:05:39
...
11.   Fischer    Henning      SSF Bonn      HK M    6.  00:07:50  00:31:15  00:27:15  01:06:20
...
21.   Göbel      Stefan       SSF Bonn      HK M   11.  00:08:30  00:33:15  00:27:34  01:09:19
...
37.   Bach       Uwe          SSF Bonn      HK M   18.  00:07:36  00:33:03  00:30:35  01:11:14
...
230.   Andrack    Manuel                     HK M  129.  00:12:14  00:00:00  01:23:23  01:35:37
...
248.   Schuler    Alexander    SV Willich    HK M  140.  00:13:03  00:44:57  00:53:28  01:51:28

Auch im Vorjahr hatte ich am Köln-Triathlon teilgenommen. Damals war es mein erster Triathlon, heute mein fünfter. Eine gute Gelegenheit einen Vergleich zu ziehen um meine Fortschritte zu messen:

Jahr Schwimmen Platz Rad Platz Laufen Platz Gesamt Platz
2001 12:09 79 35:44 41 27:26 8 01:15:19 27
2002 08:30 24 33:15 41 27:34 14 01:09:19 21

Fazit: Gut, dass ich Triathlon mache! In meiner besten Disziplin Laufen habe ich mich verschlechtert. In meiner schlechtesten Disziplin Schwimmen bin ich ziemlich gut geworden. Und im Radfahren habe ich mich geringfügig gesteigert.

Stefan Göbel

Webentwickler, Jurist, Triathlet und überzeugter Bonner.

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