Lauf um das Bayer-Kreuz 2002

Allgemeine Infos:

Die Streckenlänge beträgt 10km.

Die Anfahrt ist gut ausgeschildert. Man ist jedoch überrascht festzustellen, daß es keine provisorischen Papp-Schilder gibt, die den Weg weisen, sondern professionelle Metall- oder Plastikschilder.

Parkplatz ist im Überfluss gleich an der Laufstrecke vorhanden.
Ebenso sind ausreichend Toilettenhäuschen vorhanden, die außerdem durch ihre besondere Sauberheit auffallen.

Neben der Startgeraden befinden sich zwei offizielle Zelte. In dem größeren Zelt gibt es sehr unkompliziert die Startunterlagen. Im ein Eingangsbereich kann jeder über eine alphabetische Liste seine Startnummer erfahren. Mit dieser bekommt man dann ganz schnell seine Startunterlagen am Stand.
Die Unterlagen enthalten einen T-Shirt-Gutschein, den man im Nachbarzelt einlösen kann. Im Startgeld in Höhe von 8 Euro sind außerdem u.a enthalten: Zusendung der Urkunde und Ergebnislisten, Schwimmbadbesuch, Baskettballspiel-Eintrittsgutschein.

Die Strecke ist ein sehr ebener Rundkurs der vier mal durchlaufen wird. Da die Strecke sehr schnell und genau vermessen ist und die Zeitnahme per Chip erfolgt, sind stets auch Stars der Szene am Start.
Gestartet wird in 4 Blöcken; die schnellsten Läufer starten am Schluß.

Persönliches Erlebnis

Die Sonne lachte mal wieder – aber nur am Morgen. Es war frisch geworden, als ich mit meinen Vereinskameraden Max und Florian in Leverkusen eintraf.

Florian sollte um 14:00 Uhr starten. Daher holten wir unsere Unterlagen um 13:00 Uhr ab, was auch problemlos funktionierte. Lediglich die Ummeldung von Max von Leihchip auf Eigenchip war nicht zuverlässig machbar.

Da wir mit ausreichend Zeit angereist waren kam kein Streß auf. Im Anmeldezelt trafen wir auf unsere Kameraden Ulli und Michael. Ulli hatte seinen Lauf bereits absolviert. Mit einer 46er Zeit war er hochzufrieden und stellte eine persönliche Bestzeit auf. Michael war leider verletzt und holte nur seine Startunterlagen ab.
Leider mußten wir uns schon bald wieder von ihnen verabschieden, da wir uns auf unsere Läufe vorbereiten mußten. Später trafen wir sie dann nicht wieder.

 

Am Parkplatz zogen wir uns um und trafen auf Maxs Freund Holger mit dem wir Florian zu seinem Start begleiteten. Von ganz hinten holte er stetig im Feld auf und konnte schließlich seinen ersten reinen 10km-Lauf in guten 40:30 min absolvieren.

Wir anderen drei liefen uns während Florians Lauf warm und leerten unsere Blasen. Die Nervosität stieg. Ein älterer Herr sprach mich beim Aufwärmen an. Er ist früher eine 36er Zeit gelaufen und trainierte noch zusammen mit Zatopek, der zu seiner Zeit mit 32er Zeiten zu den Besten gehörte. Ich kann schon mal vorweg nehmen, daß der heutige Sieger aus Kenia eine 28er Zeit lief.

Bekannte Namen waren natürlich auch am Start: z.B. die Deutsche Marathonmeisterin Sonja Oberem und der Triathlet Andreas Niedrig.

Wieder einmal kann ich feststellen, daß man in meinen Sportarten den Vorteil hat, daß man als guter Amateur zusammen mit der Elite einen Wettkampf bestreiten kann. Welcher Kreisliga-Fussballer spielt hingegen gegen eine Bundesliga-Mannschaft?
Am Start zeigte sich schon das gute Starterfeld. Ungefähr 80 Athleten waren mit mir in der Gruppe der Läufer mit einer Bestzeit unter 39 min angetreten. Ein paar Meter nach dem Start fand ich mich auf dem letzten Platz wieder. Gut, ich war auch ganz hinten gestartet.
Ich fühlte mich gut und versuchte den ersten Kilometer unter den langsamsten Konkurrenten locker mitzulaufen. Meine angestrebte Endzeit war ungefähr 37:15 min. Holger und Max wollten eine 35er zeit laufen. Ich mußte für meine Zielzeit einen Kilomterschnitt von ca. 3:42 min laufen.

Nach 1000 m lag ich bei nur bei 3:35 min. Wie gesagt, ich fühlte mich gut. Aber man hört immer wieder, daß der typische Anfängerfehler ist, am Anfang mit der Gruppe zu schnell loszulaufen. Ich entschied mich dennoch dafür, es einfach mit einer schnelleren Zeit zu versuchen. Nach und nach konnte ich schwächer werdende Läufer einholen, die wohl eben jenen Fehler gemacht und dafür zu büßen hatten. Meine ersten beiden Runden liefen gut, ich hatte das Gefühl genug Kraft zu haben. In der dritten Runde wurde es erstmals etwas schwerer das Tempo zu halten. Doch es machte sich wohl das Techniktraining von Lauftrainer Takao bezahlt. Ich konnte über Konzentration auf meinen Laufstil das Tempo beibehalten. In der letzten Runde bekam ich schon Oberwasser, da ich wusste das ich bisher in allen Zwischenzeiten unter meiner gesetzten Marke lag. War heute eine 36er Zeit für mich drin? Ich gab jetzt alles! Beim Einbiegen auf die Zielgerade überhole ich Holger. Er hat sich auf den ersten 5 Kilometern zu sehr verausgabt und muß dafür bezahlen. Er hängt sich an mich dran und gemeinsam versuchen wir bis zur Ziellinie noch den einen oder anderen Kontrahenten einzuholen.

Die Uhr neben dem Ziel zeigt ungefähr 36:25 min an als das Zeitnahmegerät piepst während ich über die Zielgerade laufe. Unglaublich! Ich habe meine alte persönliche Bestmarke (37:29 min) vom November letzten Jahres um über eine Minute unterboten! Holger kommt direkt nach mir ins Ziel. Für ihn ist es heute schlecht gelaufen. Max kann sich auch nicht so recht freuen. Mit 35:42 min ist er fast eine halbe Minute langsamer als noch im November. Ich bin auf 36 Sekunden an ihn herangekommen. Fantastisch!

Meine offizielle Endzeit lautet nämlich nach Veröffentlichung der Ergebnislisten sogar 36:18 min! Das bedeutet Platz 122 gesamt, Platz 114 unter den Männern und Platz 40 in der Altersklasse MHK. Max ist bei den Männern sogar noch unter die Top100 gekommen (Platz 96). Die Gesamtteilnehmerzahl betrug übrigens 1211 Läufer.
Eine komplette Übersicht über meine selbstgestoppten Zwischenzeiten und Pulsdurchschnitte folgt hier:

Stefan Göbel

Webentwickler, Jurist, Triathlet und überzeugter Bonner.

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